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Hochschulbau-Blog

Entwicklung

Modulares Bauen im Hochschul- und Forschungsbau! – Teil 2

In diesem Beitrag geht es darum, die Grenzen des Modulbaus aufzuzeigen und zu diskutieren. Doch vielleicht sind es gar nicht so viele Einschränkungen, die durch die Bauweise mit vorgefertigten Bauelementen entstehen? Handelt es sich stattdessen um eine echte Alternative zum herkömmlichen Bauen?

Wo liegen die Grenzen beim Einsatz von Modulbauten im Hochschul- und Forschungsbau?

  • Modulbaulösungen eignen sich besonders für umfangreiche Bebauungen von Freiflächen im Siedlungsraum (z.B. Konversationsflächen) durch Aneinanderreihungen von Modulen. Im Umkehrschluss heißt das, dass bei einem kleinteiligen, nicht orthogonalen Baufeld, wie z.B. im Rahmen eines innerstädtischen Lückenschlusses meist individuelle Lösungen für den Standort erforderlich werden.
  • Da die Fassadengestaltung der Modulbauten gegenüber dem herkömmlichen Bau keine signifikanten Einschränkungen erfährt, ist eine individuelle Architektursprache auch mit dieser Bauweise realisierbar.
  • Es bedarf allumfassender Entscheidungen im Vorfeld, wodurch eine baubegleitende Planung nur sehr begrenzt möglich ist. Damit entstehen aber auch keine Mehrkosten.
  • Aufgrund begrenzter maximaler Spannweiten ist im Vorfeld der Bedarf an stützenfreien, großen und womöglich hohen Raumeinheiten zu klären. Abhilfe kann hier meist nur eine Kombination mit herkömmlichen Bauteilen leisten.
  • Der Vorfertigungsgrad ist auf circa 90 % begrenzt. Es verbleiben noch Arbeiten, die vor Ort auf der Baustelle durchgeführt werden müssen (Fundamente bzw. Untergeschoss, Innenausbau, Endarbeiten an Fassade und Dach). Diese Arbeiten können allerdings oftmals zeitgleich erfolgen und innerhalb von acht bis zwölf Wochen erledigt werden.
  • Die Anlieferung der Module ist aufgrund einer vorausgehenden Genehmigung und häufig polizeilichen Begleitung im Voraus zeitlich fixiert. Die verkehrstechnische Anbindung der Baustelle muss für den Schwertransport zur Anlieferung ausgelegt sein. Die betrifft bestehende Straßen, Brücken und Tunnel, die beim Transport passiert werden müssen. Ggf. entstehen hier weitere Einschränkungen für die maximal zulässigen Abmessungen der Einzelelemente. Gängige Maximalmaße sind 20 m Länge, 4 m Höhe und 6 m Breite.
  • Es besteht grundsätzlich eine Gefahr der Verformung der Elemente durch den Verladeprozess.
  • Direkte Baustellenbelastungen (Lärm, Staub, Abgase, Vibrationen) und der Baustellenverkehr insgesamt können nicht komplett vermieden, aber durch die Vorfertigung in der Werkhalle auf ein Minimum reduziert werden.
  • Der Modulbau ermöglicht inzwischen baukonstruktiv ausgereifte Lösungen. Derzeit wird die maximale Stapelhöhe für Modulbauten mit circa sechs Geschossen angegeben. Die Geschosshöhen betragen dabei bis zu vier Meter.
  • Durch das Stapeln und Aneinanderreihen der Module kommt es zu Dopplung der Innenwände und Decken, was wiederum eine Vergrößerung der Bruttogeschoßfläche (BGF) und des Bruttorauminhalts (BRI) zur Folge hat. Hieraus kann ggf. aber ein positiver Effekt für den Schallschutz hervorgehen.
  • Für experimentelle Nutzungsanforderungen wie im Laborbau und im Medizinbereich gibt es keine Einschränkungen für die Eignung von Modulbauten. Aufgrund ihrer hohen Detailpräzision können die Modulbauten umso sinnvoller für diesen Bereich eingesetzt werden, je höher die technische Gebäudeausstattung ist.
  • Derzeit gibt es noch nicht sehr umfangreiche Erfahrungen über die Demontage sowie den Wiedereinsatz der Module. Grundsätzlich sind aufgrund der additiven Bauweise und nach einer gewissen Aufarbeitung der Oberflächen aber keine größeren Einschränkungen für den erneuten Einsatz der Module zu erwarten.
  • Es gibt keine monetären Unterschiede zum herkömmlichen Bauen, stattdessen ergeben sich gleichgestellte Angebote bei größerer Sicherheitsgarantie im Bauablauf und somit besserer Kostenstabilität über den Gesamtprozess.
  • Durch das föderalistisch organisierte Bauordnungsrecht in Deutschland bestehen immer noch unterschiedliche Voraussetzungen für die Genehmigung und Umsetzung von Baumaßnahmen in Modulbauweise. Dies ist ein nicht zu unterschätzendes Planungshemmnis.
  • Durch energietechnische Optimierung des Modulbaus kann somit bei entsprechender Materialwahl der Anspruch als Langzeitimmobilie erhoben werden, wodurch eine wirtschaftliche Alternativlösung zum herkömmlichen Bauen entstanden ist.

Fazit: Der Modulbau bietet nicht zuletzt aufgrund der besseren Planbarkeit bzw. höheren Planungssicherheit eine sinnvolle Ergänzung, besonders in Zeiten starker Baupreissteigerungen und Störungen bei Materiallieferketten.

Bildquelle: Pixabay.com


Christiane Fuchs